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Unsere Positionen zum Thema „Innovationen“


Damit Deutschland im internationalen Wettbewerb um die besten Ideen auch weiterhin erfolgreich ist, brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen fehlen in Deutschland oft die Voraussetzungen für Forschung und Entwicklung. Hier muss Deutschland gegensteuern und mehr in die Innovationskraft der Unternehmen investieren.

  • Die Zukunftsausgaben von Bund, Ländern und Kommunen sind in den letzten Jahren deutlich gekürzt worden. Der Anteil öffentlicher Investitionen an der Jahreswirtschaftsleistung liegt bei nur noch 1,5 Prozent. Das ist deutlich weniger als in vielen anderen EU-Ländern und zu wenig für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Als junge Wirtschaft sehen wir in der Investitionsschwäche eine der größten Gefahren für den Wirtschaftsstandort Deutschland und fordern daher mehr staatliche Investitionen in innovative Forschung und Entwicklung.
  • Eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung ist neben der bewährten themenoffenen Projektförderung gerade für kleine und mittlere Unternehmen sowie den Mittelstand sinnvoll. Dadurch bliebe den Unternehmen die Wahl der Forschungsthemen überlassen und eine Bevorzugung einzelner Branchen wäre ausgeschlossen. Mittelfristig würde von dieser unbürokratischen Maßnahme auch der Staatshaushalt durch höhere Steuereinnahmen profitieren.
  • Die Kosten einer Patentanmeldung sind zu hoch und übersteigen oft die Möglichkeiten kleiner und mittlerer Unternehmen. Auch dauern die Verfahren bis zur Erteilung des Patents zu lange und verzögern die wirtschaftliche Verwertbarkeit von Innovationen. Zudem sollten Patentanmeldungen unkomplizierter werden. Als junge Wirtschaft fordern wir sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene ein kostengünstiges, schnelles und unkompliziertes Patentwesen.
  • Als junge Wirtschaft fordern wir die Neuordnung des Urheberrechts, denn es wird den Anforderungen der Digitalisierung nicht mehr gerecht. Angesichts des hohen Innovationstempos in der Digitalwirtschaft muss der Gesetzgeber immer häufiger neue Nutzungsformen berücksichtigen. Hier ist mehr rechtliche Flexibilität gefragt. Eine technologieneutrale Gestaltung des Urheberrechts würde den rechtlichen Freiraum für die schnelle Einbindung neuer Anwendungen schaffen.
  • Angriffe aus dem Cyberspace auf deutsche Unternehmen gilt es abzuwehren. Für kleine und mittlere Unternehmen ist es eine Herausforderung, Innovationen vor Wirtschaftsspionage zu schützen. Hier fordern wir Bund und Länder auf, konkrete Beratungsangebote zum Schutz von Unternehmensdaten zu schaffen. Wir fordern außerdem eine nationale Strategie für den Wirtschaftsschutz sowie eine konsequente Bekämpfung der IT-Kriminalität.
  • Ziel bei der Energiewende muss sein, die Vorreiterrolle Deutschlands zu nutzen, um die Marktführerschaft der deutschen Wirtschaft bei erneuerbaren Energien zu erhalten und zu stärken. So müssen Innovationen beim Ausbau von intelligenten Netzen, Speichertechniken und neuen Kraftwerken sowie bei der Steigerung von Energieeffizienz unterstützt und gefördert werden.


Unsere Positionen zum Thema „Digitalisierung“


Der digitale Wandel erfasst mittlerweile die gesamte deutsche Wirtschaft. In 94 Prozent aller Unternehmen werden Geschäfts- und Arbeitsprozesse von der Digitalisierung beeinflusst. Wo sich bei manchen Unternehmen die Digitalisierung noch auf die EDV beschränkt, kommunizieren in vielen Produktionshallen bereits die Maschinen miteinander, teilen sich gegenseitig Kapazitäten mit und planen gemeinsam die anstehenden Prozesse. Für die junge Wirtschaft steht fest: Die Digitalisierung entscheidet die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.

  • Für uns als junge Wirtschaft ist Netzneutralität die Grundvoraussetzung für eine wachsende Digitalwirtschaft. Die Entwicklung innovativer Dienste würde behindert werden, wenn Netzbetreiber „Überholspuren“ für bestimmte Daten einrichten würden. Es ist Aufgabe der Politik sicherzustellen, dass Netzbetreiber alle Datenpakete gleichberechtigt durch ihre Leitungen schicken – unabhängig davon, woher diese stammen oder welchen Inhalt sie haben.
  • Der Breitbandausbau geht voran. Aber es gibt noch immer viele Regionen ohne schnelles Internet, in denen sich der Datenstrom durch altertümliche Kupferkabel quält. Dabei sinkt die Übertragungsrate mit jedem Meter. Wir fordern einen engagierteren Breitbandausbau, denn leistungsfähige digitale Infrastrukturen sind schon heute eine Grundvoraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg.
  • Die Digitalwirtschaft ist auf qualifizierte Betriebswirte angewiesen, die sich bereits im Studium einschlägiges Fachwissen angeeignet haben. Als junge Wirtschaft fordern wir die stärkere Berücksichtigung der Digitalökonomie im BWL-Studium. Die Curricula der Hochschulen sollten Lerninhalte wie die Analyse, die Entwicklung und das Management von digitalisierten Geschäftsmodellen beinhalten.
  • Die vierte industrielle Revolution hat begonnen und verändert unsere Wirtschaft. Aber zu wenige Unternehmen haben entsprechende Digitalprojekte schon umgesetzt oder in Planung. Wir begrüßen den Einsatz der Bundesregierung bei der Sensibilisierung der deutschen Wirtschaft für das Thema Industrie 4.0, fordern aber auf europäischer Ebene eine gemeinsame Rechtsentwicklung bei der Datensicherheit und beim Haftungsrecht, um die digitale Vernetzung der Industrieproduktion weiter voranzutreiben.
  • Je stärker die Wirtschaft digitalisiert wird, desto wichtiger wird der verantwortungsvolle Umgang mit personenbezogenen Daten. Insofern schützen die neuen Datenschutzregeln der EU die Rechte der Verbraucher, erschweren aber Analysen von Big Data. Die EU hat die Chance verpasst, Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Big Data zu schaffen, die dem Schutz persönlicher Daten nicht entgegenstehen. Als junge Wirtschaft fordern wir Anpassungen der EU-Datenschutz-Verordnung, die Analysen von Big Data möglich macht, ohne die Privatsphäre zu verletzen.