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Unsere Positionen zum Thema „Fachkräfte“

 

Worum es geht:

Besonders in kleinen und mittleren Unternehmen wird oft lange nach geeigneten Fachkräften gesucht und es bleiben Stellen unbesetzt. Die Politik muss Maßnahmen ergreifen und Rahmenbedingungen lockern, um bestehende Fachkräftelücken zu schließen und um eine mögliche Verschärfung des Fachkräftemangels zu vermeiden.


Was wir fordern:

  • Deutschland braucht gut ausgebildete Fachkräfte – insbesondere solche mit dualer Ausbildung. Wir warnen vor einer Über-Akademisierung, vorbei an den Bedürfnissen der Wirtschaft und fordern daher drei Pflichtpraktika während der Schulzeit. Auch für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe sollte ein Praktikum in einem klassischen Ausbildungsberuf verpflichtend sein. Hierbei sollten auch die vielseitigen Berufsmöglichkeiten im Handwerk stärker vermittelt werden, da dort der Fachkräftemangel besonders groß ist.
  • Die Zahlen von Studienabbrechern sind erschreckend hoch. Ein Grund dafür ist der mangelnde Berufs- und Praxisbezug der Studienangebote. Als junge Wirtschaft fordern wir die Einbeziehung der Wirtschaft bei der Erstellung der Curricula. Außerdem fordern wir mehr Unterstützung von Studienabbrechern beim Wechsel in eine berufliche Ausbildung.
  • Der Bedarf an Fachkräften ist hoch. Hoch ist leider auch die Zahl der Personen ohne Berufsabschluss, was oft mit Arbeitslosigkeit oder unsicheren Beschäftigungsverhältnissen einhergeht. Dabei müssen insbesondere junge Erwachsene ohne Abschluss in den Blick genommen werden. Attraktive Angebote wie zum Beispiel Teilzeitausbildungen können auch in späteren Jahren noch zu einem Berufsabschluss motivieren und sollten durch öffentlichkeitswirksame Kampagnen stärker beworben werden.
  • Die durchschnittliche tarifliche Wochenarbeitszeit in Deutschland liegt bei 37,7 Stunden. Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Fachkräftemangels warnen wir vor der weiteren Reduzierung der tariflichen Wochenarbeitszeit. Denn mit jeder weiteren Reduzierung wird die Fachkräftebasis der Wirtschaft verkleinert und der Fachkräftemangel verstärkt.
  • Als junge Wirtschaft fordern wir nationale und europäische Regelungen der Zuwanderung. Vorbild eines modernen Einwanderungsgesetzes könnte das sogenannte Express-Entry System der kanadischen Einwanderungsbehörde sein. Herzstück dieses Systems ist ein Online-Bewerberpool, in den sich alle Auswanderungswilligen unverbindlich eintragen lassen können, wenn sie Mindestanforderungen wie Alter, Qualifikation und Sprachkenntnisse erfüllen. Die besten Bewerber werden vom Staat oder von Unternehmern anhand flexibler Kriterien aus dem Pool gezogen und offiziell eingeladen, sich für ein Einwanderungsvisum zu bewerben.
  • Wir fordern geeignete Strukturen für die Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft. Dazu gehört nicht zuletzt auch ein erleichterter und unbürokratischer Zugang zum Arbeitsmarkt. Hier muss die Politik die Integrationsleistung der Wirtschaft stärker unterstützen. Flüchtlinge brauchen schnell Klarheit, ob sie in Deutschland bleiben können. Die Zeitspanne von der Registrierung in Deutschland bis zur Entscheidung über den Asylantrag muss deutlich kürzer werden. Unnötige Warte- und Sperrzeiten gilt es zu vermeiden.
  • Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sind keine Belastung, sondern eine Stütze für die Gesellschaft. Staatliche Eingriffe in ein sozialversichertes Beschäftigungsverhältnis z.B. durch eine anstehende Abschiebung oder auslaufende Duldung sind kontraproduktiv und schaden am Ende auch dem Unternehmen und damit der deutschen Wirtschaft. Wir fordern, dass während eines bestehenden, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses keine Ausweisung zulasten des Unternehmens erfolgen darf.

 

Foto: © Shutterstock/Chik_77

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