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Unsere Positionen zum Thema „Digitalisierung“

 

Worum es geht:

Der digitale Wandel erfasst mittlerweile die gesamte deutsche Wirtschaft. In fast allen Unternehmen werden Geschäfts- und Arbeitsprozesse von der Digitalisierung beeinflusst. Wo sich bei manchen Unternehmen die Digitalisierung noch auf die EDV beschränkt, gehören in vielen Produktionshallen Anwendungen der Industrie 4.0 wie die automatische Steuerung und Wartung von Maschinen, die Vernetzung von Produktionsabläufen und neue datengetriebene Geschäftsmodelle zum Alltag. Für die junge Wirtschaft steht fest: Die Digitalisierung entscheidet die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.

 

Was wir fordern:

  • Für uns als junge Wirtschaft ist Netzneutralität die Grundvoraussetzung für eine wachsende Digitalwirtschaft. Die Entwicklung innovativer Dienste würde behindert werden, wenn Netzbetreiber „Überholspuren“ für bestimmte Daten einrichten würden. Es ist Aufgabe der Politik sicherzustellen, dass Netzbetreiber alle Datenpakete gleichberechtigt durch ihre Leitungen schicken – unabhängig davon, woher diese stammen oder welchen Inhalt sie haben.
  • Der Breitbandausbau geht voran. Aber es gibt noch immer viele Regionen ohne schnelles Internet, in denen sich der Datenstrom durch altertümliche Kupferkabel quält. Dabei sinkt die Übertragungsrate mit jedem Meter. Wir fordern einen engagierteren Breitbandausbau durch Glasfaser, denn leistungsfähige digitale Infrastrukturen sind schon heute eine Grundvoraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg.
  • Digitalisierung betrifft nicht nur technologische Aspekte, sondern ist auch ein Bildungsthema. Denn wer die Logik von Algorithmen nicht versteht, wird in der Digitalwirtschaft nicht erfolgreich sein. Dabei muss Bildung in einer digitalen Gesellschaft so früh wie möglich ansetzen – in der Schule! Als junge Wirtschaft fordern wir die Politik auf, Programmiersprachen als Alternative für Fremdsprachen einzuführen, um digitale Kompetenzen zu stärken. So könnten Programmiersprachen zum Beispiel anstatt einer dritten Fremdsprache unterrichtet werden. Wer von Bildungschancen spricht, der kommt an der Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts nicht vorbei.
  • Die Digitalwirtschaft ist auf qualifizierte Betriebswirte und Kaufleute angewiesen, die sich bereits im Studium einschlägiges Fachwissen angeeignet haben. Als junge Wirtschaft fordern wir die stärkere Berücksichtigung der Digitalökonomie im BWL-Studium. Die Curricula der Hochschulen sollten Lerninhalte wie die Analyse, die Entwicklung und das Management von digitalisierten Geschäftsmodellen beinhalten.
  • Die vierte industrielle Revolution verändert unsere Wirtschaft. Wir begrüßen den Einsatz der Bundesregierung bei der Sensibilisierung der deutschen Wirtschaft für das Thema Industrie 4.0, fordern aber auf europäischer Ebene die Entwicklung einheitlicher Standards und eine gemeinsame Rechtsentwicklung bei Datenschutz, Urheberrecht und digitalem Binnenmarkt, um die digitale Vernetzung der Industrieproduktion weiter voranzutreiben.

 

Foto: © Shutterstock/Ociacia