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Unsere Positionen zum Thema „Faire Bildungschancen“

 

Worum es geht:

In Deutschland sind soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Eltern zu oft ausschlaggebend für den Bildungserfolg der Kinder. Dabei kann gerade für Jugendliche aus benachteiligten Familien Bildung der Schlüssel zu einer selbstbestimmten und erfolgreichen Zukunft sein. Wir wollen, dass jeder unabhängig von seiner Herkunft Zugang zu guter Bildung hat, eigene Begabungen entfalten und die Zukunft selbst in die Hand nehmen kann. Gleichzeitig gilt es, junge Menschen schon früh mit dem Leistungsprinzip vertraut zu machen, um sie auf das spätere Arbeitsleben vorzubereiten.

 

Was wir fordern:

  • Jedes Kind muss die Chance auf eine gute Bildung bekommen – unabhängig von den Möglichkeiten der Eltern. Deshalb brauchen wir Kitas, die frühkindliches Lernen fördern, ein Pflicht-Vorschuljahr, das auf den Übergang in die Grundschule vorbereitet, verpflichtende Angebote für Kinder mit Förderbedarf, wie zum Beispiel zusätzlichen Sprachunterricht sowie flächendeckend Ganztagsschulen, in denen Kindern und Jugendlichen auch am Nachmittag Unterstützung angeboten werden kann.
  • Jeder kann in Deutschland kostenfrei und unabhängig vom Einkommen der Eltern studieren. Im Gegensatz dazu werden Kinder von frühkindlicher Bildung ausgeschlossen, wenn deren Eltern die Kindergartengebühren nicht finanzieren können. Als Vertreter der jungen Generation fordern wir, dass auch der Besuch von Kitas und damit der Zugang zu frühkindlicher Bildung in ganz Deutschland kostenlos ist. Nur mit kostenfreien Kitas haben alle Kinder die gleichen Bildungschancen.
  • Schulabschlüsse müssen vergleichbar sein, um Transparenz und Mobilität zu gewährleisten. Deutschlandweit einheitliche Rahmenbedingungen helfen Unternehmen, das Wissen potentieller Auszubildender und Beschäftigter zuverlässig einzuschätzen. Wir fordern deshalb, dass die Lernziele einzelner Schulabschnitte sowie die Prüfungsinhalte vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur bundeseinheitlich angeglichen werden. Bei der Erreichung der festgelegten Ziele sollte den einzelnen Schulen ein großer Gestaltungsspielraum eingeräumt werden, denn nur sie kennen die Situation vor Ort.
  • Daneben benötigen Schulen präventive Instrumente zur Einbindung von Eltern bei der Einhaltung der Schulpflicht, wie zum Beispiel Elternverträge. Mit diesen werden Regeln wie ordentliche Kleidung, ein Frühstück am Morgen oder ein regelmäßiger Blick ins Elternheft klar beschrieben und von beiden Seiten unterzeichnet. In Modellschulen werden Elternverträge bereits in nicht rechtsverbindlicher Form abgeschlossen. Schulen mit entsprechenden Bedarfen sollten Elternverträge in rechtsverbindlicher Form abschließen können.
  • Um leistungsschwache Jugendliche zu unterstützen, müssen pädagogische Angebote und das Engagement von Unternehmern ineinandergreifen. Nur so wird sichergestellt, dass Jugendliche nicht am Arbeitsmarkt vorbei qualifiziert werden. Insbesondere müssen Qualifizierungsmaßnahmen so nah wie möglich am unternehmerischen Alltag sein, Einstiegsqualifizierungen müssen Vorrang vor schulischen Maßnahmen haben und Betriebspraktika für nicht ausbildungsreife Jugendliche müssen auch außerhalb des Mindestlohngesetzes möglich sein.
  • Pädagogen und Lehrer ohne Berufserfahrung in der Privatwirtschaft können Fragen von Schülern zu Wirtschaft und Berufsleben nur unzureichend beantworten. Jeder Lehrer sollte sich daher mindestens alle drei Jahre durch ein Informationspraktikum in der freien Wirtschaft auf den aktuellen Stand bringen, um Schülern Ansprechpartner und Vorbild sein zu können.

 

Fotos: © Shutterstock/goir

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